De Weihnachtszeit im Arzgebärg - Erzgebirgische Heimatblätter

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De Weihnachtszeit im Arzgebärg

1926 > Dezember 1926 > Nr. 52/1926

Max Schreiber, Annaberg

De Weihnachtszeit im Arzgebärg, die hoot enn engne Reiz,
De Toog salbst zeign kenn Unnerschied, von frieher bis off heit.
Gewiß! 's is Manches annersch wurn - do gibts nischt ze verwetten.
Doch feierlich bleibm für uns doch de Schul- un Kirchn-Metten.

Wenn heit a Mancher annersch denkt, dans Labm hat scharf belehrt.
Dar grübelt an sein Schicksal rimm, is salbst sich nimmer Herr.
Un doch, als Kind zur Weihnachtszeit, wie gruß war oft der Jubel.
Dr Vater ging ins Tannereíß'g - de Mutter buk - dar Trubel.

Lang - ach lang - schu vir der Zeit - offs Backen wur gespart,
Wars halbwag' möglich machen konnt - hot lieber drimm gedarbt.
Un rücket Weihnacht näher ra - ach war dos e Betrieb,
Gearbeit' un gebastelt wur - gesunge manches Lied.

Emol, nachts in dr 2. Stund, wir warn direkt erschrocken,
De Tür ging auf - un wär kam rei, in Unnerhus' un Sockn?
dr Nachbar wars, er saht zu uns: "Mer sollt'n nett erschrackn,
In Dorf wär Feier - stürme täts - er hätt uns blus wolln weckn".

Vom Nikles wag, do hieß egal - seit ruhig, dr Ruprich horcht -
Mr hat als Kind a seine Sorg - in übergrußer Furcht.
Mr trauet salbst sein Schattn nett, wenns hieß - ihr Kinner! marsch ze Bett,
Paketleweis gings in de Kammer - oft wars e Lust - oft gabs Gammer.

Un hat mr etwa hämlich doch e bissel wos verbrochn,
Un war de Mutter wos gewahr - hot mer aus Angst versprochn
Mr wollt sich bessern, ehrlich, wahr, von heit wag bis zum neie Gahr
Un kaum - wars neie Gahr vorüber, juchhe, gings wiedr drunner un drieber.


Nr. 52 - Sonnabend, den 25. Dezember 1926
Druck u. Verlag von Friedrich Seidel. Buchholz i. Sa., Karlsbader Str. 21 - Fernruf 242 u. 249


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