Die Wappen der Erzgebirgsstädte - Erzgebirgische Heimatblätter

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Die Wappen der Erzgebirgsstädte

1927 > Januar 1927 > Nr. 3/1927

Es ist lehrreich, die Städtewappen des Erzgebirges zu vergleichen. Dieselben trennen sich in zwei große Gruppen: in die Wappen der Städte, welche vor 1500 bestanden, und in die der Städte, welche nach 1500 gegründet wurden Diese letzteren sind alles Bergstädte, wie auch ihre Bergmannswappen bezeugen.

Der größte Teil der alten Städte führt eine Stadtmauer mit Tor und Türmen als Beleg ihrer Wehrhaftigkeit im Wappen. Diese Städte sind sämtlich im 13. Jahrhundert, jedenfalls zu Anfang desselben, gegründet worden. So haben Colditz, Leisnig, Döbeln, die drei alten Städte vor dem Fuße des Erzgebirges, eine Mauer mit offenem Tor, Döbeln sogar drei, und drei Türmen. Freiberg führt eine Mauer mit Tor und drei Türmen, vor dem Tore den Schild mit dem Meißener Löwen; Lößnitz eine Mauer mit drei Türmen, vor deren mittelsten den Schild der Burggrafen von Meißen; Elterlein eine Mauer mit Tor und zwei Türmen, rechts oben an der Mauer den Schild der Burggrafen von Meißen mit dem Andreaskreuz, links oben den Schild der Grafen von Schönburg mit seinen zwei roten Schrägstreifen. Wolkenstein hat eine Mauer mit offenem Tor und drei Türmen, auf dem rechten bläst der Wächter ins Horn. Später hat man das Wappen durch zwei zwischen die Türme gesetzte Schilderhäuschen verunziert. Kirchberg, sowie Zschopau haben eine Mauer mit Tor und drei Türmen; Chemnitz ebenfalls, an dem mittelsten Turme jedoch den Schild mit dem Reichsadler. Die uralte Stadt Sayda hat nur den Schönburgschen Löwen.

Die Ansiedelung im Waldgebieten bezeugen die Wappen von Geringswalde oder Gerungiswalde, eine Tanne, an welcher sich ein Eber reibt, von Grünhain mit drei Tannen, vor welchen ein Auerhahn steht. Zöblitz führt einen Bärenkopf im goldenen Bilde.

Die Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts begründeten Bergstädte Buchholz, Annaberg, Schneeberg, Aue, Sebastiansberg, Marienberg, Scheibenberg, Oberwiesenthal, Sonneberg, Kupferberg, Gottesgab, Platten, Jöhstadt sowie das weit später gegründete Johanngeorgenstadt führen sämtlich Bergmannswappen mit Schlägel und Eisen, Hacken, Hauen, Keilen u. a. mit Heiligen- oder anderen Schmuckbildern oder ohne solche.


Nr. 3 - Sonntag, den 16. Januar 1927
Druck und Verlag von Friedrich Seidel, Buchholz i. Sa., Karlsbader Straße 21 - Fernruf 242 und 249


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Erzgebirgische Heimatblätter Nr. 3 - Sonntag, den 16. Januar 1927, S. 3

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