Schießstände und Schützenheime im oberen Erzgebirge - Erzgebirgische Heimatblätter

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Schießstände und Schützenheime im oberen Erzgebirge

1926 > September 1926 > Nr. 39/1926

Zur Schießstandweihe in Sehma.

Immer mehr bürgert sich der altehrwürdige Schießsport unserer zum Teil jahrhundertealten Schützen-Gesellschaften gerade jetzt wieder auch im oberen Erzgebirge in weitesten Volkskreisen ein und wird gehegt und gepflegt als ein liebes Vermächtnis der Ahnen. Die Schützen-Kompagnien befinden sich ringsum gerade nach dem Kriege wieder in flottem Aufblühen und vielfach haben sich auch neue Schießanlagen sowie Schützenheime geschaffen.

Schützenhaus und Schießstand Jöhstadt
Schützenhaus und Schießstand der Priv. Freischützen-Kompagnie Jöhstadt
Schießhalle und Schießstand Oberwiesenthal
Schießhalle und Schießstand der Priv. Schützengilde zu Oberwiesenthal

So weihte die Priv. Schützengilde zu Oberwiesenthal in den Tagen vom 21. bis 23. Juni 1924 Schießhalle und Schießstand unter Teilnahme zahlreicher Kameraden aus dem Gebirge. Im Jahre 1923 anläßlich eines Schützenquartals wurde die Neuanlage beschlossen und dann mit vielen Opfern ins Leben gerufen. Sie steht als mustergültiges Werk auf dem Weißbach'schen Grundstücke in Unterwiesenthal und ist eingerichtet mit allen neuzeitlichen Errungenschaften. Die Oberwiesenthaler Kompagnie hat bereits 1650 bestanden und hatte seinerzeit den Charakter einer Miliz- und Polizeitruppe. Eine von König Johann gestiftete Fahne und von ihm verliehene sogen. Bären-Mützen legen heute noch Zeugnis ab von der Protektion, deren sich die Kompagnie an höchster Stelle erfreute.

Eine weitere vorbildliche Neuanlage besitzt die Priv. Freischützenkompagnie in Jöhstadt. Erst unlängst fand daselbst die Weihe des von der Kompagnie geschaffenen Schützenhauses und Schießstandes statt. Letzterer enthält 4 Standscheiben, die auf Rollen laufen. Im Erdgeschoß des Schützenhauses befindet sich der Schankraum und im Obergeschoß der Schießraum. Die Anlagen wurden unter lebhafter Beteiligung auswärtiger Schützen geweiht.

Der Teschinschützenverein zu Walthersdorf hat auch die Errichtung eines Schießheimes sowie die Erweiterung der Schießstandanlage beschlossen und beginnt z. Zt. damit.

Wie bereits mitgeteilt, wird nun auch in Sehma am kommenden Sonntag das Priv. Schützenkorps Oberwiesenthal, 2. Kompagnie Sehma, ihre Schießstandweihe begehen. Dieselbe ist errichtet neben dem in "Schützenhaus" umgetauften "Café Schubert". Das Grundstück gehörte ursprünglich der Gemeinde und ging durch Tausch in den Besitz der Kompagnie über, deren Hauptmann Herr Daniel Germann von seinem Grundstück hierbei einen Teil abgab. Anfang Mai 1926 wurde mit den Arbeiten begonnen, die samt und sonders von den Mitgliedern der Kompagnie ausgeführt wurden und rüstig vorwärtsschritten, trotz der Schwierigkeiten durch die ungünstigen Bodenverhältnisse. Der Schießstand ist 175 m lang und 5 m breit. Das Scheibenhäuschen ist betoniert; die Scheiben werden mechanisch betrieben. Auf dem Schießstand befinden sich 4 sogen. 20er-Scheiben, die auf einmal beschossen werden können. Das Areal des Schießstandes umfaßt 2000 qm, dasjenige der Halle, das Herrn Gastwirt Schubert gehört, 75 qm. Die Schießhalle enthält unten eine Wagen-Remise und oben den Aufenthalts- und Schießraum. Am 30. Juli fand das Hebefest statt. In zahlreichen Pflichtdienststunden haben die Kameraden bei der Herstellung der Anlagen gewetteifert. Bis zu 300 Stunden brachte man es. Den Weihefeierlichkeiten am Sonntag geht ein Fackelzug am Sonnabend nebst Zapfenstreich voraus. Der Sonntag bringt dann einen prächtigen Festzug. Daran schließt sich die Weihe nebst dem Eröffnungsschießen. Abends erfolgt die Bekanntgabe des Meisterschützen u. am Montag und Dienstag die Fortsetzung des Schießens. Die 2. Kompagnie Sehma das Priv. Schützenkorps Oberwiesenthal umfaßt z. Zt. rund 70 Mitglieder, die samt und sonders begeistert die edle Schützensache pflegen. - Als altes Heimatblatt der Erzgebirgler entbietet die "O. Z." den Sehmaer Schützen zu ihren Festtagen ein markiges "Gut Ziel!"


Nr. 39 - Sonntag, den 26. September 1926
Druck u. Verlag von Friedrich Seidel. Buchholz i. Sa., Karlsbader Str. 21 - Fernruf 242 u. 249


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Erzgebirgische Heimatblätter Nr. 39 - Sonntag, den 26. September 1926, S. 4

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