Das Oberwiesenthaler Alpinum - Erzgebirgische Heimatblätter

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Das Oberwiesenthaler Alpinum

1926 > Mai 1926 > Nr. 22/1926
Oberwiesenthal Marktplatz

Eine schöne Zierde für die Stadt Oberwiesenthal bildet das auf dem Marktplatze vom Erzgebirgs-Zweigverein unter Leitung des Herrn Seminaroberlehrer Seidel in Zschopau im Jahre 1906 angelegte Alpenbeet (Alpinum), welches durch seine Eigenartigkeit ein Anziehungspunkt für viele Touristen geworden ist.

Marktplatz mit Alpinum
Links: Fremdenhof Rathaus, Rechts: Fremdenhof Deutscher Kaiser

Auf einem etwa 7 Meter langen, 3 Meter breiten und 2 Meter hohen Erdhügel ist mit Hilfe kleiner und großer Steinblöcke eine Felsgruppe geschaffen worden, die nach oben zu mit einer großen Basaltsäule und nach unten zu mit einer Art Felswand abschließt, aus der ein Quell ein im Halbkreis um diese angelegtes Torfmoor berieselt. Bei der Wahl der Steine war man auf schön geformte und interessante Gesteinarten aus der nächsten Umgebung Oberwiesenthals bedacht. Außer mächtigen Quarzblöcken und teilweise recht schönen Kalksteinbildungen fallen die Basalt- und Porphyrsäulen besonders ins Auge. Die Gesteine wurden so eingeordnet, daß zwischen ihnen kleine Abteilungen zur Aufnahme möglichst je einer Pflanzengattung eingerichtet sind. In dem künstlich angelegten Sumpfe und auf der nach Norden zu befindlichen Seite der Anlage haben möglichst alle auf eine subalpine Flora hinweisenden Charakterpflanzen des höchsten Erzgebirges Platz gefunden, während auf der Südseite nur charakteristische Alpenpflanzen vertreten sind. Es ist erfreulich, zu sehen, wie schön und kräftig gerade auf der Alpenseite sich die Pflanzen in so kurzer Zeit entwickelt haben, sodaß berechtigte Hoffnung vorhanden ist, daß auch diese Abteilung im Laufe der Jahre immer mehr ein besonderer Anziehungspunkt für manchen Wanderer sein wird. - In ihr sind u. a. meist folgende Pflanzen vertreten: Alpenrosen, Edelweiß, Alpenveilchen, Enzian, Alpen-Sockenblumen, Frauenmantel, Nies- und Hauswurz, Alpen-Gänsekresse, Hungerblümchen, Stein-, Gips- und Leimkraut, Steinbrech, Glockenheide, Edelraute, Alpenlauch, Rausch-, Moos- und Sumpfheidelbeeren, Disteln, Ried-, Woll-, Reit- und Rispengräser, Farren, Coniferen usw., in den verschiedensten Arten.


Nr. 22 - Sonntag, den 30. Mai 1926
Druck u. Verlag von Friedrich Seidel. Buchholz i. Sa., Karlsbader Str. 21 - Fernruf 242 u. 249


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Erzgebirgische Heimatblätter Nr. 22 - Sonntag, den 30. Mai 1926, S. 3

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