Die erste Post in Annaberg - Erzgebirgische Heimatblätter

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Die erste Post in Annaberg

1927 > Oktober 1927 > Nr. 39/1927

Ein wichtiger Tag für Annaberg war der 20. Juni des Jahres 1696.

Der Verkehrsmittel zwischen den einzelnen Städten gab es in damaliger Zeit noch so gut wie keine. Der arme Bürger mußte seine Füße anstrengen und wandern, wenn er einmal seine Heimat verlassen mußte. Besser hatte es der Wohlhabende, der sich zu seiner Bequemlichkeit eines Pferdes bedienen konnte. Man empfand damals den Mangel nicht sehr allgemein, weil man noch nicht ans Reisen gewöhnt war. Das Bedürfnis war eben noch nicht vorhanden, außer es galt, eine Messe in Leipzig zu besuchen. Dann taten sich mehrere Handwerksgenossen zusammen, und auf dem Lastwagen, der ihre Meßvorräte barg, fanden auch sie Platz, falls sie es nicht vorzogen, nebenher zu Fuß zu wandern. Jetzt sollte auch hierin ein gewaltiger Umschwung eintreten. Kurfürst Friedrich August I., der Starke genannt, sah die Unzulänglichkeit der Verkehrsmittel in seinem Lande ein und richtete das Postwesen ein. Infolgedessen traf am 20. Juni des Jahres 1696 unter endlosem Jubel der Einwohnerschaft der erste Postwagen auf geradem Wege von Leipzig in Annaberg ein. Acht Jahre später, 1704, sah Annaberg die erste Post aus Dresden in ihren Mauern.

Der regelmäßige Postverkehr bestand in reitenden Postboten, und nur zuweilen wurden Leiterwagen mit Paketen abgefertigt. Etwaige Reisende wurden auf den Gepäckstücken untergebracht. Den ersten Annaberger Postwagen mit Verdeck und ordentlichen Sitzen ließ im Jahre 1824 der Postmeister Reiche-Eisenstuck auf eigene Kosten bauen.

Um diese Zeit ging die Post schon zweimal wöchentlich nach Chemnitz. Die erste, eine Eilpost mit verbesserten Wagen, kam 1839 von Leipzig hierher und wurde von Schönfeld aus feierlich eingeholt und mit Jubel in der Stadt begrüßt. Ueberhaupt fallen die wesentlichsten Verbesserungen im Postwesen in das Jahr 1839, in welchem der deutsch-österreichische Postverein gegründet wurde.


Nr. 39 - Sonntag, den 9. Oktober 1927
Druck und Verlag von Friedrich Seidel, Buchholz i. Sa., Karlsbader Straße 21 - Fernruf 242 und 249


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