Einrichtungen zur Zeit Georgs IV. - Erzgebirgische Heimatblätter

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Einrichtungen zur Zeit Georgs IV.

1927 > August 1927 > Nr. 32/1927

a) Die Straßenbeleuchtung in alter Zeit.

Um die nächtliche Beleuchtung der Gassen sah es bis in unser Jahrhundert hinein noch vielfach recht traurig aus. Straßenlaternen kannte man noch nicht. War ja einmal jemand genötigt, zu später Abendstunde das Haus zu verlassen, was damals selten genug vorkam, nun so versah man sich mit einer kleinen oder größeren Handlaterne, um wenigstens einigermaßen sicher den Weg zu finden. Annaberg war dem gleichen Uebelstande unterworfen; auch hier herrschte in der Nacht grausige Finsternis. Doch es sollte anders werden. Konnte man sich auch noch nicht bis zu einer regelmäßigen Straßenbeleuchtung emporschwingen, so brachte man es doch im Jahre 1692 bis zu einem derartigen bescheidenen Versuche. Man befestigte nämlich "bei vorfallender Gefahr die Gassen zu beleuchten" an den meisten Eckhäusern auf Verordnung des Rates blecherne Pfannen, welche im Gebrauchsfalle mit Pech oder Kienholz angefüllt wurden, das dann angezündet wenigstens einigermaßen das nächtliche Dunkel verscheuchte. Natürlich ward diese kostspielige Neuerung keineswegs jede Nacht, sondern nur "bei vorfallender Gefahr" in Betrieb gesetzt. Auch bei Festen und nächtlichem Aufenthalte fürstlichen Besuches in der Stadt wurden die Straßen und Plätze so erleuchtet.

b) Die spätere Straßenbeleuchtung.

Die Straßenbeleuchtung geschah noch im Jahre 1843 mit 30 Oellaternen, deren Unterhaltungsaufwand durch freiwillige Beiträge aufgebracht wurde, wozu wegen der Beleuchtung am Marktplatze 25 Thaler aus der Stadtkasse gewährt worden sind. Diese Laternen wurden durch einen Mann versorgt. Im Laufe des Jahres 1854 wurden sämtliche Oellaternen beseitigt und die Zahl der Straßenlaternen auf 154 gebracht, die sämtlich mit Gas versehen wurden. Während bei der ausschließlichen Oelbeleuchtung nur die in der Nähe des Marktplatzes angebrachten Laternen mit doppelter Menge Oel versorgt wurden, damit sie bis zum Tagesanbruche leuchten sollten, wurden bei Einführung der Gasbeleuchtung 1851 für den gleichen Zweck 51 Stück bestimmt. Letztere bekam Annaberg durch die Bemühungen einer Gesellschaft, welche damals die Erlaubnis zu ihrem Unternehmen auf 30 Jahre erworben hatte. Nach Ablauf dieser Frist ging die Anstalt in städtische Verwaltung über. Auch in Buchholz ist 1868 durch eine Berliner Gesellschaft eine Gasanstalt errichtet worden.


Nr. 32 - Sonntag, den 21. August 1927
Druck und Verlag von Friedrich Seidel, Buchholz i. Sa., Karlsbader Straße 21 - Fernruf 242 und 249


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