De biese Aeppelfuhr - Erzgebirgische Heimatblätter

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De biese Aeppelfuhr

1926 > November 1926 > Nr. 47/1926

Dr Bäck-Tav hot a Briefl kriegt
- drüm läßts'n heit kaa Ruh -
'r soll sich Aeppeln huln un Bärrn
in dr Zwäntz vun Schwiegersuh'
Nu do!

Fix ward's Handwagl zammgericht't,
Dann kommt dr Scheikorb nei.
Dr Tav macht's Pfahr; de Rees - sei Fraa -
Die bärzt fest hinterdrei.
Nu do!

In dr Zwäntz gob's erscht en'n Kaffeeschmaus,
Dann wurde eigesackt:
a Zantner sechsevärzig Pfund --
's Handwagl hot geknackt.
Nu do!

De Rees nahm aah noch Butter miet,
zah' Eier, a Riesel Quark. -
"Na, daß eich heit bluß nischt passiert!!
's kimmt fei dr Nabel stark!"
Nu do!
(Diesen Ausruf mögen der Leser oder die
Zuhörer nach jeder Strophe wiederholen.)


De Fuhr gieht lus. Dr Tav dar zieht;
bargauf, do schiebt de Rees.
Doch bald fängt's darb ze reenge aa,
in Wald dr Wag is bies'.

Se sei nu bis an Staabruch nah.
"A Stündl noch - komot -.
Dann sei mer lus de garscht'ge Plog!"
Knixknacks! Krach! -- wack is 's Rod.

Sitts Pach! Doch seine Rees waß Rat:
se hält dos lahme Glied
un läft im Fahrn an Wagl har,
's is schwar - na, odr 's gieht.

Zwaa Staawürf sei se feetr schie,
krach! bricht aah's andre wack;
Dr Korb, dar rutscht scheef hint'n roo,
plumps, liegt'r dort in Drack!

Se stand'n, wie vun Blitz drschloong,
dort in dar finstern Nacht;
gereengt hot's uff die arme Leit,
niemand hot Hilf gebracht.

Dr Tav macht' fort; 'r luff aham,
beim Nachber 's Wagl borng;
de Rees stand mutterseeln-allah
in Wald voll Angst un Sorng. --

Endlich, do war dar Woong anzu;
nu nei dann ganzn Kram! -
Un wieder ging dos Lästern lus -
se wärgt'n bis aham.

Dort nimmt de Rees Eier, Butter, Quark
eiligst vun Wagl ro,
gieht rüm un sieht de Deichsel net:
Pardauz! -- schu liegt se do.

Dr Tup, de Eier sei aa Brei;
de Rees schreit Ach und Weh.
Nu zieht dr Tav aus Blut un Quark
sei Rees'l in de Höh'.

'r hot de Trümmer abgepackt,
war aane Gall un Wut:
Dr Teif'l hul die Aeppelfuhr!
Schluß! - lieber fraß'ch treig Brut!" --

Früh hot'r 's Wagl zammgehackt,
als Feierholz verbraqnnt.
De Radle fand'r närgends lieng -
gemaust -- dos is a Schand!

Ihr Leit, wenn ihr nach Aeppeln fahrt,
denkt fei an Bäckn-Gust,
un nammt eich ja ne stärkst'n Woong,
dann is die Fuhr -- a Lust.

Bernh. Brückner, Leipzig


Nr. 47 - Sonntag, den 21. November 1926
Druck u. Verlag von Friedrich Seidel. Buchholz i. Sa., Karlsbader Str. 21 - Fernruf 242 u. 249


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